Bittereinheiten (International Bitterness Units)

Bittereinheiten (International Bitterness Units)

Das Bierbrauen ist und war immer eine “wahre Kunst”. Geschmackskomponenten gibt es außerordentlich viele. Besonders charakteristisch für ein Bier ist aber vor allem seine Herbe sowie die Bitterkeit. Gerade Letzteres lässt sich hervorragend in Zahlen fassen. Während die Herbe eines Bieres eher “subjektiv” wahrnehmbar ist, lässt sich die Bitterkeit in sogenannte International Bitterness Units (IBU) einteilen. Diese IBU geben somit schlicht und einfach an, wie bitter ein Bier ist. Je höher der IBU-Wert angegeben ist, desto bitterer ist das Bier.

IBU-Tabelle: Bitterkeit von Bier bestimmen

BiersorteIBU (International Bitterness Units)
Altbier25-50 IBU, meist 35-50 IBU
American IPA40-70 IBU
Barley Wine35-95 IBU
Bockbier25-35 IBU
Doppelbock20-25 IBU
Dunkles Weißbier10-18 IBU
Eisbock25-35 IBU
English IPA40-60 IBU
Export-Bier20-29 IBU, meist 23-29 IBU
Helles Ale15-30 IBU
Imperial IPA60-110 IBU
India Pale Ale40-70 IBU, teils bis 100 IBU
Kellerbier20-35 IBU
Kölsch18-34 IBU, meist 20-30 IBU
Märzen18-25 IBU
Oktoberfestbier18-25 IBU
Pils25-45 IBU, meist 35-45 IBU
Porter-Bier20-40 IBU
Rauchbier20-30 IBU
Schwarzbier20-30 IBU
Stout30-65 IBU
US IPA40-70 IBU
Weizenbier10-20 IBU, häufig 10-15 IBU

Hopfen als Ursprung der Bitterkeit

Die Bittereinheiten bestimmen sich maßgeblich durch den Hopfen, der beim Brauprozess verwendet wurde. Hierbei handelt es sich um Alphasäuren pro Liter, die die Bitterkeit bestimmen und woraus sich schließlich der IBU-Wert ermitteln lässt. Je mehr Hopfen verwendet wurde, desto bitterer ist das Bier – ganz vereinfacht gesagt. Letztlich ist ein Bier umso bitterer, je höher der IBU-Wert angegeben ist. Die meisten Brauereien und Hersteller geben den IBU-Wert entweder im Web oder direkt auf dem Produkt (Flasche oder Dose) an, so dass Ihr direkt sehen könnt, ob Ihr ein eher bitteres Getränk vor Euch habt.

Bitterkeit ist abhängig von der Biersorte

Natürlich gibt es Biersorten, die per se deutlich bitterer erscheinen, als andere. Trinkt Ihr beispielsweise ein Imperial IPA oder ein English IPA, so ist dieses sicherlich bitterer als ein Berliner Weiße oder ein Weizenbier. Letztere Biere überzeugen eher durch einen niedrigen IBU-Wert. Hier sind andere Aromen (fernab des Hopfens) ausschlaggebend für den Geschmack.

IBU-Werte erkennen und einsortieren

Wie so oft, lassen sich die meisten Biere im Mittelfeld einsortieren. Ausreißer nach oben unten gibt es aber natürlich immer. Extrem hohe IBU-Werte sind allerdings recht selten. Einige Biere schaffen es sogar, einen vierstelligen Wert zu erzielen. Ein Maßstab ist dies allerdings nicht. In der Regel bewegen wir uns in einer sehr weit gefassten Range zwischen 10 und 80 IBU. Und damit haben wir bereits nahezu 98% aller Biere berücksichtigt.

IBU-Unterschiede im mittleren Bereich

Der Laie wird kaum erkennen, ob ein Bier mit 1000 IBU oder 100 IBU angegeben ist. Zwischen 10 IBU und 50 IBU lassen sich aber erhebliche, geschmackliche Unterschiede feststellen. Der geschulte Gaumen wird sich sicherlich auch in höheren und niedrigeren Gefilden zurechtfinden und Unterschiede erkennen. Der “Normalmensch” bzw. “Otto-Normal-Biertrinker” kommt aber auch mit einer kleineren Skala zurecht. 

Medien-Hype: IBU als Qualitätsmerkmal

Möglicherweise habt Ihr auch mitbekommen, zumindest wenn Ihr etwas öfter Bier trinkt, dass die Angabe “IBU” immer häufiger auf den Flaschenetiketten zu finden ist. Grund dafür ist, dass sich die Hersteller derzeit profilieren möchten und die IBU als Qualitätsmerkmal ansehen. Die International Bitterness Units sollen also suggerieren, dass es sich um ein sorgsam gebrautes, qualitativ hochwertiges Bier handelt – und schlichtweg zum Kauf animieren. De facto kann man aber nicht von IBU-Angabe auf die Bierqualität schließen. Hier spielen noch ganz andere Faktoren eine Rolle. Die IBU sind demnach nur eine einfache Angabe, die es auch dem Laien ermöglicht, die Bitterkeit eines Bieres auf einfache und leichte Art und Weise zu klassifizieren.