Craft Beer für Einsteiger: IPA, Pale Ale, Stout und Lager einfach erklärt

Craft Beer wirkt auf den ersten Blick oft wie eine eigene Sprache aus Hopfen, Malz und Fachbegriffen. Wer aber die vier großen Stilrichtungen versteht, findet schnell heraus, was im Glas schmeckt und worauf es bei der Auswahl ankommt.

IPA, Pale Ale, Stout und Lager decken sehr unterschiedliche Geschmacksrichtungen ab. Genau darin liegt der Reiz: Von herb und fruchtig bis röstig oder mild lässt sich damit erstaunlich viel ausprobieren, ohne sich sofort in Spezialwissen zu verlieren.

Was Craft Beer im Kern ausmacht

Craft Beer steht für handwerklich gebrautes Bier mit einem eigenen Stil, einer klaren Idee und oft mehr Mut zu Aroma und Charakter als bei sehr neutralen Massenbieren. Das heißt nicht automatisch, dass jedes Craft Beer extrem bitter, dunkel oder kompliziert ist. Viele Sorten sind gerade für den Einstieg gut zugänglich, weil sie einen bestimmten Geschmack besonders deutlich zeigen.

Hilfreich ist es, Bier nicht nur nach Farbe zu beurteilen. Ein helles Bier kann kräftig hopfenbetont sein, ein dunkles Bier kann weich und rund schmecken, und ein scheinbar einfaches Lager kann überraschend sauber, malzig und ausgewogen wirken. Wer die Stilfamilien versteht, liest Bierkarten entspannter und bestellt gezielter.

IPA: hopfenbetont, aromatisch und oft deutlich herb

IPA steht für India Pale Ale und ist für viele der Einstieg in die moderne Craft-Beer-Welt. Der Stil ist bekannt für intensive Hopfenaromen, die an Zitrus, Tropenfrucht, Harz, Gras oder Kräuter erinnern können. Dazu kommt meist eine spürbare Bittere, die im Mund lange nachklingen kann.

Der wichtigste Punkt bei IPA ist die Balance zwischen Frucht, Bitterkeit und Malz. Einige IPAs wirken sehr frisch und saftig, andere eher trocken und kantig. Je nach Hopfensorte und Brauweise kann ein IPA fast an Grapefruit erinnern oder eher an Pinie und Kräuter.

Für Einsteiger lohnt sich ein langsamer Start. Ein sehr kräftiges IPA wirkt am besten, wenn man es nicht direkt mit einem neutralen Lager vergleicht, sondern als eigenes Aromaprofil betrachtet. Dann fällt auf, dass die Bittere nicht nur scharf ist, sondern oft auch Struktur gibt und das Bier länger interessant macht.

Woran ein IPA erkennbar ist

  • deutliches Hopfenaroma
  • spürbare Bittere
  • häufig fruchtige oder harzige Noten
  • meist trockener Abgang

Ein IPA passt gut, wenn kräftige Aromen gesucht sind und das Bier auch zum Essen mithalten soll. Besonders bei würzigen Speisen, Burgern oder gegrilltem Fleisch kann die Hopfenherbe ein sinnvoller Gegenspieler sein. Wer empfindlich auf Bittere reagiert, beginnt besser mit milderen Varianten wie Session IPA oder Pale Ale.

Pale Ale: der zugänglichere Weg zum Hopfen

Pale Ale ist oft der freundlichere Bruder des IPA. Auch hier spielt Hopfen eine wichtige Rolle, aber die Bittere ist meist runder und das Malz gibt etwas mehr Halt. Dadurch wirkt das Bier oft ausgewogener und leichter zu trinken, ohne langweilig zu sein.

Gerade für den Einstieg ist Pale Ale spannend, weil es Aromen zeigt, ohne gleich extrem zu werden. Je nach Braustil können Zitrus, Steinobst, florale Noten oder leichte Karamellanklänge im Vordergrund stehen. Das macht den Stil vielseitig und gut geeignet, um den eigenen Geschmack zu kalibrieren.

Wer aus der Welt der klassischen deutschen Biere kommt, findet hier oft einen angenehmen Übergang. Das Bier bleibt zugänglich, bringt aber mehr Duft, mehr Tiefe und meist etwas mehr Charakter mit als ein sehr neutrales Standardlager.

So unterscheidet sich Pale Ale von IPA

Die Grenze zwischen Pale Ale und IPA ist nicht immer messerscharf. Trotzdem hilft eine einfache Orientierung: Ein Pale Ale ist meist etwas milder, etwas malziger und weniger bitter als ein IPA. Ein IPA setzt stärker auf Intensität, besonders bei Hopfenaromen und Nachbittere.

Wer beide Sorten nebeneinander probiert, merkt die Unterschiede am besten bei Schluck zwei und drei. Das erste Aroma kommt oft ähnlich fruchtig daher, doch beim Pale Ale bleibt mehr Ausgewogenheit, während das IPA meistens mehr Druck aufbaut. Genau dieser Vergleich schärft das eigene Geschmacksempfinden.

Stout: dunkel, geröstet und erstaunlich vielseitig

Stout wirkt auf viele zunächst schwer und sehr dunkel. Tatsächlich kann der Stil aber überraschend zugänglich sein, besonders wenn er nicht zu stark und nicht zu süß gebraut ist. Typisch sind Aromen von Kaffee, Kakao, Röstmalz, dunkler Schokolade und manchmal ein Hauch von Lakritz.

Die dunkle Farbe entsteht durch stark geröstete Malze. Diese bringen nicht nur Farbe, sondern auch eine ganz eigene Aromatik mit. Ein gutes Stout schmeckt deshalb nicht einfach nach „dunkel“, sondern oft nach gerösteten, trockenen oder leicht cremigen Noten, die sehr angenehm wirken können.

Für Einsteiger sind vor allem milde Oatmeal Stouts oder Dry Stouts interessant. Sie zeigen die typische Richtung des Stils, ohne zu wuchtig zu sein. Wer ein sehr kräftiges Imperial Stout zuerst probiert, erlebt den Stil dagegen schnell als deutlich schwerer und alkoholischer.

Wann ein Stout besonders gut passt

  • zu Desserts mit Schokolade oder Karamell
  • zu kräftigem Käse
  • als gemütliches Bier für langsames Trinken
  • wenn geröstete Aromen gefallen

Stout ist auch ein guter Beweis dafür, dass dunkles Bier nicht automatisch süß ist. Viele Varianten wirken eher trocken und klar geröstet. Wer Kaffee mag, findet oft schnell Zugang, weil die geschmackliche Richtung vertraut wirkt, auch wenn natürlich kein echter Kaffee enthalten sein muss.

Lager: klar, sauber und oft unterschätzt

Lager ist für viele der vertrauteste Einstieg in die Bierwelt. Der Stil ist auf Klarheit, Sauberkeit und Trinkbarkeit ausgelegt. Das Aroma ist meist zurückhaltender als bei vielen Craft-Bieren, aber genau darin liegt seine Stärke: Lager zeigt, wie präzise und ausgewogen Bier schmecken kann.

Typisch sind feine Malznoten, eine sanfte Hopfenbittere und ein sehr sauberer Eindruck. Gute Lagerbiere wirken erfrischend, rund und direkt. Sie sind oft leichter zugänglich als aromatische Spezialstile und deshalb ideal, wenn jemand den Sprung in die Craft-Welt ohne große Überforderung machen möchte.

Wichtig ist der Blick auf den Unterstil. Ein helles Lager kann frisch und trocken sein, ein Märzenbier wirkt malziger, ein Zwickel- oder Kellerbier etwas naturbelassener. Lager ist also nicht gleich langweilig, sondern oft die Bühne für sehr saubere Brauarbeit.

Wie man die vier Stile im Glas schneller einordnet

Wer beim Probieren auf wenige Merkmale achtet, findet sich schnell zurecht. Am einfachsten funktioniert es über Geruch, Bittere, Süße und Körper. Ein hopfenstarkes Bier erkennt man oft schon vor dem ersten Schluck am Duft. Ein dunkler Stil fällt durch Röstaromen auf, ein Lager eher durch Klarheit und Zurückhaltung.

  1. Am Glas riechen und die erste Aromarichtung notieren.
  2. Auf den ersten Schluck achten: leicht, mittel oder kräftig.
  3. Nach der Bittere am Gaumen suchen.
  4. Den Abgang prüfen: trocken, malzig, röstig oder frisch.

Diese kleine Abfolge hilft besonders, wenn mehrere Biere nebeneinander stehen. Dann merkt man schneller, ob ein Bier vor allem über Hopfen, Malz oder Röstaromen arbeitet. Mit etwas Übung reicht oft schon der erste Eindruck, um den Stil grob einzuordnen.

Worauf Einsteiger beim Kauf achten sollten

Die Etiketten sind oft voller Begriffe, doch ein paar Hinweise reichen schon aus. Die Stilbezeichnung gibt den ersten Anhaltspunkt, die Alkoholstärke zeigt grob, wie schwer das Bier ausfallen kann, und Angaben zu Bittere oder Hopfenrichtung helfen bei der Auswahl. Ein Session IPA ist meist leichter als ein klassisches IPA, ein Imperial Stout deutlich kräftiger als ein normales Stout.

Auch der Anlass spielt eine Rolle. Für einen entspannten Abend ist ein Lager oder Pale Ale oft die angenehmere Wahl. Für einen intensiveren Geschmacksmoment passt ein IPA oder Stout besser. Wer sich langsam annähert, trifft seltener eine Wahl, die am eigenen Geschmack vorbei geht.

Im Fachhandel oder an der Theke hilft es, mit einer einfachen Richtung zu starten: eher hopfig, eher malzig, eher röstig oder eher sauber und leicht. Diese vier Fragen führen meist schneller zum passenden Bier als ein Blick auf lange Beschreibungen.

Wie Bier und Essen zusammenpassen

Die vier Stile lassen sich sehr unterschiedlich einsetzen. IPA harmoniert gut mit scharfen oder würzigen Gerichten, weil die Bittere und das Hopfenaroma dagegenhalten können. Pale Ale ist flexibler und passt oft zu Geflügel, Gemüsegerichten oder mildem Käse.

Stout funktioniert hervorragend mit Desserts, Schmorgerichten und kräftigen Röstaromen. Lager ist oft der unkomplizierteste Partner zu Brotzeit, Fisch, leichter Küche oder einfach zu einem Abend, an dem das Bier nicht alles dominieren soll. Es lohnt sich, nicht nur den Geschmack des Bieres, sondern auch seine Rolle am Tisch zu betrachten.

Ein gutes Pairing muss nicht kompliziert sein. Häufig reicht es, wenn das Bier entweder ähnliche Aromen aufgreift oder einen spannenden Gegenpol bildet. Genau deshalb sind diese vier Stile so beliebt: Sie decken beide Richtungen gut ab.

Der schnellste Weg zur eigenen Vorliebe

Am besten probiert man die Stile nicht zufällig, sondern mit einer kleinen Ordnung. Erst ein Lager als Referenz, dann ein Pale Ale, danach ein IPA und zum Schluss ein Stout. So wird der Unterschied zwischen leicht, hopfig, herb und geröstet deutlich nachvollziehbar.

Wer dazu aus jedem Glas zwei bis drei Schlucke nimmt und zwischendurch Wasser trinkt, nimmt Aromen sauberer wahr. Nach kurzer Zeit zeigt sich meist, welcher Stil wirklich gefällt und welcher nur aus Neugier interessant war. Genau daraus entsteht ein persönlicher Biergeschmack, statt nur nach Etiketten zu wählen.

Von mild bis intensiv im direkten Vergleich

Die Reihenfolge der Stile ist kein Zufall. Lager bietet den saubersten Einstieg, Pale Ale bringt mehr Duft und etwas mehr Charakter, IPA setzt auf Intensität, und Stout öffnet die Tür zu Röstaromen. Wer diese Spannweite einmal erlebt hat, versteht Craft Beer sehr viel besser als über reine Beschreibungen.

Das macht auch Gespräche über Bier einfacher. Statt nur zu sagen, ob etwas „gut“ war, kann man benennen, ob Hopfen, Malz, Röstaromen oder Trinkfluss überzeugt haben. Genau das ist der Moment, in dem Bierverkostung leicht verständlich und wirklich spannend wird.

Was ist der beste Einstieg in Craft Beer?
Ein Lager oder ein Pale Ale ist für viele der angenehmste Start. Beide Stile sind zugänglich und zeigen trotzdem genug Charakter, um Unterschiede wahrzunehmen.

Ist IPA immer sehr bitter?
Meist ist IPA deutlich hopfenbetont, aber nicht jedes Exemplar ist gleich herb. Manche Varianten wirken fruchtiger und runder, andere setzen stärker auf Bittere.

Warum schmeckt Stout oft nach Kaffee?
Die gerösteten Malze bringen Aromen mit, die an Kaffee, Kakao oder dunkle Schokolade erinnern. Das entsteht durch die Röstung und nicht durch echte Kaffeezugabe.

Ist Lager langweilig?
Nein, gutes Lager lebt von Balance, Präzision und Sauberkeit. Gerade weil es zurückhaltender ist, fallen Fehler im Brauen schneller auf und gute Qualität wird besonders sichtbar.

Worin liegt der Hauptunterschied zwischen Pale Ale und IPA?
Pale Ale ist meist etwas milder, ausgewogener und weniger bitter. IPA geht stärker auf Hopfenaroma und Intensität.

Welcher Stil passt zu scharfem Essen?
IPA funktioniert oft sehr gut, weil Hopfen und Bittere gegen würzige Schärfe arbeiten können. Ein kräftiges Pale Ale kann ebenfalls passen, wenn die Schärfe nicht zu dominant ist.

Kann man Craft Beer auch ohne Vorkenntnisse genießen?
Ja, das geht sehr gut. Wichtig ist nur, nicht sofort den stärksten oder intensivsten Stil zu wählen, sondern sich schrittweise heranzutasten.

Welche Temperatur ist für diese Biere sinnvoll?
Leicht gekühlte Temperaturen funktionieren meist am besten, weil Aromen dann sauber wahrnehmbar bleiben. Zu kalt schmeckt vieles flacher, zu warm kann Alkohol oder Bittere zu stark hervortreten lassen.

Wie erkennt man ein gutes Bier dieser Stilrichtungen?
Ein gutes Bier wirkt stimmig, sauber und ausgewogen. Die Aromen sollten klar erkennbar sein und nicht unausgeglichen oder dumpf wirken.

Muss ein Craft Beer immer stark alkoholisch sein?
Nein, überhaupt nicht. Es gibt viele leichte und alltagstaugliche Varianten, besonders bei Lager, Pale Ale oder Session IPA.

IPA, Pale Ale, Stout und Lager zeigen vier sehr unterschiedliche Wege in die Bierwelt. Wer sie bewusst probiert, versteht schnell, was Hopfen, Malz, Röstaromen und Trinkbarkeit im Glas bedeuten. Genau darin liegt der Reiz: Mit wenigen Stilrichtungen lässt sich sehr viel über Geschmack lernen.

Frische Aromen richtig lesen

Craft Beer lebt von feinen Unterschieden, und genau darin liegt der Reiz für alle, die gern bewusst genießen. Hinter jedem Glas steckt ein eigenes Zusammenspiel aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. Mal wirkt ein Bier weich und rund, mal trocken und knackig, mal kräftig und tief. Wer mit offenen Sinnen probiert, merkt schnell, dass es nicht nur um Bitterkeit oder Farbe geht, sondern um Duft, Mundgefühl und Nachklang. Schon der erste Schluck verrät oft, ob ein Bier eher auf Frische, auf Süße oder auf Röstaromen setzt.

Hilfreich ist es, beim Trinken nicht sofort auf den Geschmack zu schießen, sondern sich kurz Zeit zu nehmen. Der Duft aus dem Glas zeigt häufig mehr, als man im ersten Moment erwartet. Zitrus, Harz, Beere, Brotkruste, Kaffee oder Karamell können auftauchen, ohne dass das Bier überladen wirkt. Gerade bei handwerklich gebrauten Sorten ist die Balance entscheidend. Ein gutes Bier muss nicht laut sein, sondern stimmig. Genau diese Ausgewogenheit macht viele Sorten so spannend.

Das Glas als Teil des Genusses

Die Wahl des Glases beeinflusst mehr, als viele annehmen. Ein bauchiges Glas sammelt Aromen und betont die Nase, ein schlankes Glas hält Kohlensäure und Frische stärker zusammen. Für hopfenbetonte Biere ist ein Glas mit etwas Öffnung oft angenehm, weil der Duft besser aufsteigen kann. Dunklere Stile profitieren dagegen von Gefäßen, die die cremige Textur und die Röstaromen bündeln. Wer verschiedene Formen ausprobiert, merkt schnell, wie sehr sich derselbe Sud je nach Präsentation verändern kann.

  • Sauberes Glas ohne Spülmittelreste sorgt für stabile Schaumkrone.
  • Leicht gekühltes Glas bewahrt bei vielen Sorten die Frische besser.
  • Zu enge Öffnungen nehmen feinen Aromen etwas Raum.
  • Ein gut gewähltes Glas macht den ersten Eindruck runder und klarer.

Auch die Trinktemperatur verdient Aufmerksamkeit. Sehr kaltes Bier wirkt oft verschlossener, während etwas wärmere Temperaturen mehr Duft freigeben. Das heißt nicht, dass jedes Craft Beer zimmerwarm serviert werden sollte. Viel wichtiger ist ein Bereich, in dem das Bier lebendig bleibt und seine Eigenart zeigen kann. Besonders bei aromatischen Ales und kräftigeren dunklen Bieren lohnt sich ein kleiner Temperaturspielraum nach oben.

Vom Etikett zur Kaufentscheidung

Auf der Flasche oder Dose stehen meist schon Hinweise, die beim Einkauf weiterhelfen. Alkoholgehalt, Stilbezeichnung und manchmal sogar Aromaprofile geben eine gute Richtung vor. Wer es leichter und zugänglicher mag, schaut zuerst auf die Angaben zu Bitterkeit und Stärke. Ein niedrigerer Alkoholgehalt und ein moderater Hopfenfokus führen oft zu einem sanfteren Einstieg. Wer dagegen mehr Tiefe sucht, darf ruhig zu Varianten mit höherem Körper oder kräftigerem Aromabild greifen.

Auch die Frische spielt eine große Rolle, vor allem bei hopfenbetonten Bieren. Hopfenaromen wirken am besten, solange sie klar und lebendig bleiben. Darum lohnt sich ein Blick auf Abfüllzeit und Lagerung. Dunkle, malzbetonte Sorten sind meist etwas robuster, während manche aromatische Biere schneller an Ausdruck verlieren. Eine gute Kühlung im Handel und ein sauberer Transport nach Hause machen ebenfalls einen Unterschied.

Orientierung beim Regalgang

  1. Stilbezeichnung lesen und mit der eigenen Vorliebe abgleichen.
  2. Auf Alkoholgehalt und Bittere achten.
  3. Frischeangaben prüfen, besonders bei hopfenstarken Sorten.
  4. Bei Unsicherheit lieber eine kleine Menge wählen und vergleichen.

So wird aus dem spontanen Griff ins Regal eine gezieltere Entscheidung. Mit der Zeit entwickelt jeder einen eigenen Geschmackskompass. Manche suchen klaren Duft und spritzige Leichtigkeit, andere mögen satte Malzaromen oder einen kräftigen, trockenen Abgang. Genau diese Vielfalt macht den Reiz des Themas aus und sorgt dafür, dass immer wieder neue Lieblingsbiere auftauchen.

Eigene Vorlieben erkennen und weiterentwickeln

Am schnellsten lernt man durch Vergleichen. Zwei Biere nebeneinander zeigen Unterschiede deutlicher als fünf verschiedene Sorten hintereinander. Wer ein helles, ein hopfenbetontes und ein dunkleres Bier in Ruhe probiert, erkennt Muster im eigenen Geschmack. Manche achten zuerst auf Bitterkeit, andere auf Süße, wieder andere auf Textur oder Nachhall. Mit jedem bewussten Schluck wird das persönliche Profil klarer.

Spannend ist auch, die eigene Stimmung mit einzubeziehen. Zu herzhaftem Essen passt oft etwas Kräftigeres, an warmen Tagen eher ein lebendigeres, knackigeres Bier. Das heißt nicht, dass es feste Regeln gibt. Vielmehr hilft ein offener Blick darauf, wie ein Bier in unterschiedlichen Situationen wirkt. Ein Glas kann erfrischen, begleiten, wärmen oder den Geschmack eines Gerichts hervorheben. Genau diese Wandelbarkeit sorgt dafür, dass man sich mit Craft Beer lange beschäftigen kann, ohne dass es eintönig wird.

Wer weiter eintauchen möchte, kann sich kleine Vergleichsreihen zusammenstellen und auf bestimmte Merkmale achten:

  • Duft: eher fruchtig, würzig, malzig oder röstig?
  • Mundgefühl: leicht, cremig, trocken oder voll?
  • Abgang: kurz, weich, bitter oder lang anhaltend?
  • Eindruck insgesamt: eher zugänglich, aromatisch oder markant?

Mit dieser Herangehensweise wird Biertrinken schnell zu einem sehr persönlichen Entdecken. Nicht die Menge zählt, sondern die Aufmerksamkeit für das, was im Glas passiert. Genau dort liegt der eigentliche Spaß: ein gutes Bier spricht nicht nur den Durst an, sondern auch Neugier und Geschmack.

Häufige Fragen zu den Bierstilen für Neugierige

Woran merke ich, ob ein Bier eher hopfenbetont oder malzig ist?

Hopfenbetonte Biere duften oft nach Zitrus, Harz, Tropenfrucht oder Kräutern und bringen eine deutlichere Bittere mit. Malzbetonte Biere wirken dagegen runder, brotiger, karamelliger oder leicht süßlich.

Ist ein bitteres Bier automatisch stark?

Nicht unbedingt. Bitterkeit und Alkoholgehalt sind zwei verschiedene Dinge, und ein Bier kann sehr herb schmecken, ohne besonders viel Alkohol zu haben.

Warum schmeckt ein Bier manchmal fruchtig, obwohl keine Früchte drin sind?

Viele Aromaeindrücke entstehen durch Hopfen und Hefe, nicht durch zugesetzte Früchte. Je nach Sorte erinnern die Noten an Mango, Grapefruit, Beeren oder Steinobst, obwohl das Bier nur aus klassischen Brauzutaten besteht.

Welche Temperatur passt am besten zu aromatischen Bieren?

Zu kalt serviert, bleiben viele Nuancen verborgen. Leicht gekühlte Biere zeigen meist mehr Duft und Geschmack, während eiskalte Exemplare oft nur frisch, aber etwas verschlossen wirken.

Was macht ein Pale Ale für viele Einsteiger so angenehm?

Es verbindet Hopfenaromen mit einer gut balancierten Malzbasis. Dadurch wirkt es zugänglicher als sehr intensive Sorten und bietet trotzdem genug Charakter, um die Vielfalt von Craft Beer kennenzulernen.

Warum wirkt ein Stout oft cremig, obwohl es dunkel und kräftig erscheint?

Die Röstaromen von Kaffee, Kakao und dunklem Malz sorgen für Tiefe, ohne dass das Bier schwer wirken muss. Manche Stouts bringen zudem eine weiche Textur mit, die den ersten Schluck besonders rund macht.

Ist Lager nur ein leichtes Standardbier?

Nein, Lager kann viel mehr sein als nur schlicht und unkompliziert. Je nach Brauart reicht das Spektrum von sehr mild und sauber bis zu malzbetont, kernig oder fein hopfig.

Welche Rolle spielt das Glas beim Genießen?

Die Form beeinflusst, wie viel Aroma in die Nase steigt und wie der Schaum sich hält. Ein passendes Glas kann ein Bier offener und lebendiger wirken lassen, auch wenn der Inhalt derselbe bleibt.

Wie finde ich heraus, welche Richtung mir am besten liegt?

Am hilfreichsten ist ein kleiner Vergleich in ruhiger Umgebung. Wer von mild zu kräftig probiert, erkennt schneller, ob eher Bitterkeit, Röstnoten oder Klarheit im Vordergrund stehen sollen.

Kann man Craft Beer auch ohne viel Vorwissen genießen?

Ja, und genau das macht den Reiz aus. Wer offen probiert, auf Duft, Farbe und Mundgefühl achtet und nicht nur auf die Stärke schaut, entdeckt schnell persönliche Favoriten.

Welche kleinen Anhaltspunkte helfen beim ersten Einkauf?

Ein Blick auf Stilbeschreibung, Alkoholgehalt und Hopfen- oder Malzschwerpunkt reicht oft schon weiter. Dazu kommt die eigene Lust auf frisch, bitter, dunkel oder eher ausgewogen, und schon wird die Auswahl deutlich einfacher.

Fazit

Wer sich langsam an die verschiedenen Bierstile herantastet, merkt schnell, wie groß die Bandbreite bei Craft Beer wirklich ist. IPA, Pale Ale, Stout und Lager bieten vier sehr unterschiedliche Zugänge, die gemeinsam einen spannenden Überblick liefern. Am meisten Spaß macht es, einfach neugierig zu bleiben und den eigenen Geschmack Schluck für Schluck zu entdecken.

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