Viele Sprüche rund ums Trinken klingen einprägsam, sind aber wissenschaftlich kaum haltbar. Entscheidend für Wohlbefinden und Kater ist nicht die Reihenfolge der Getränke, sondern Menge, Tempo, Trinkverhalten, Essen und Schlaf.
Wer versteht, wie Alkohol im Körper wirkt, kann typische Fehler vermeiden – unabhängig davon, ob zuerst Bier, Wein oder Hochprozentiges im Glas landet. So lassen sich gängige Mythen entzaubern und der nächste Abend bewusster planen.
Mythos 1: „Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat ich dir“
Der Spruch suggeriert, dass die Reihenfolge von Bier und Wein über Kopfweh und Übelkeit am nächsten Tag entscheidet. Studien und Praxiserfahrung zeigen jedoch: Die Reihenfolge spielt eine deutlich geringere Rolle als die insgesamt konsumierte Alkoholmenge und individuelle Faktoren.
Alkohol ist chemisch gesehen Ethanol – egal, ob er aus Trauben, Gerste oder anderem stammt. Der Körper unterscheidet nicht zwischen „Bieralkohol“ und „Weinalkohol“. Problematisch wird es vor allem dann, wenn im Laufe des Abends schleichend immer mehr getrunken wird, etwa weil nach dem Wein noch „ein lockeres Bierchen“ drangehängt wird.
Wenn zuerst Wein getrunken wird, ist der Alkoholgehalt pro Glas meist höher als beim Bier. Wer danach noch mehrere Biere konsumiert, überschreitet leicht die eigene Verträglichkeit. Umgekehrt kann der Abend mit ein paar Bieren harmlos beginnen und mit „nur noch einem Glas Wein“ deutlich kippen. Die wahrgenommene Leichtigkeit des Biers verleitet oft dazu, die tatsächlich aufgenommene Alkoholmenge zu unterschätzen.
Was wirklich zählt
- Gesamtmenge an Alkohol: Je mehr Gramm reiner Alkohol, desto höher das Risiko für Kater und andere Beschwerden.
- Trinktempo: Viel in kurzer Zeit überfordert die Leber; der Blutalkoholspiegel steigt stark an.
- Leerer Magen: Ohne Essen gelangt Alkohol schneller ins Blut und führt eher zu Schwindel und Übelkeit.
- Körpergewicht und Stoffwechsel: Kleinere, leichtere Personen spüren die Wirkung stärker.
- Schlafqualität: Alkohol stört die Erholung, was Müdigkeit und Kopfschmerzen verstärkt.
Wenn durcheinander getrunken wird, ist das eher ein Indikator dafür, dass die Kontrolle über Menge und Tempo nachlässt. Nicht die Reihenfolge macht den Kater – sondern, dass sie meist mit „mehr als geplant“ einhergeht.
Mythos 2: „Durcheinander macht krank – man darf nur bei einer Sorte bleiben“
Viele Menschen schwören, dass allein das Mischen verschiedener Getränke für Übelkeit und Kopfschmerzen verantwortlich ist. Tatsächlich ist entscheidend, wie viel Alkohol insgesamt konsumiert wird und ob der Körper genug Zeit bekommt, ihn abzubauen.
Unterschiedliche Getränke enthalten jedoch neben Ethanol weitere Stoffe, sogenannte Fuselstoffe und Aroma-Komponenten (Kongener), die in höherer Konzentration den Kater verstärken können. Insbesondere dunkle Spirituosen, Rotwein und sehr aromaintensive Starkbiere enthalten davon tendenziell mehr als helle, leichte Getränke. Wer vieles mischt, erhöht die Vielfalt dieser Substanzen, was Beschwerden intensivieren kann.
Warum Mischen trotzdem oft belastend wirkt
- Beim Wechsel zwischen Bier, Wein und Spirituosen steigt die Gefahr, den Überblick über die Menge zu verlieren.
- Jede neue Getränkesorte fühlt sich wie ein „Neustart“ an, obwohl der Blutalkoholspiegel schon hoch ist.
- Süße Mischgetränke oder aromatische Biere überdecken den Alkoholgeschmack, man trinkt schneller und mehr.
Wenn mehrere Sorten getrunken werden und gleichzeitig die Kontrolle über die Gesamtmenge erhalten bleibt, ist das Belastungsniveau für den Körper im Prinzip vergleichbar mit derselben Alkoholmenge aus nur einem Getränk. In der Praxis gelingt diese Selbstkontrolle jedoch selten, sobald viel gemischt wird.
Mythos 3: „Vom Bierbauch kommt nur Bier“
Der Begriff „Bierbauch“ legt nahe, dass speziell Bier am Bauchfett schuld ist. Aus ernährungsphysiologischer Sicht geht es jedoch um die gesamte Kalorienbilanz, nicht allein um eine bestimmte Alkoholquelle.
Bier enthält Kalorien aus Alkohol und Kohlenhydraten. Wein und Spirituosen liefern ebenfalls viele Kalorien; dazu kommen oft Snacks wie Chips, Wurst, Käse oder spätes Essen nach dem Feiern. Das Zusammenspiel aus Alkoholkalorien, zusätzlicher Nahrungsaufnahme und weniger Bewegung sorgt dafür, dass sich mit der Zeit Fett, vor allem am Bauch, ansammelt.
Kalorien im Vergleich
- 0,5 l Lagerbier: je nach Sorte etwa 200–250 kcal.
- 0,2 l Wein: etwa 140–180 kcal.
- 4 cl Spirituose (40 % Vol.): etwa 90–100 kcal – ohne Saft oder Limonade.
Wer regelmäßig Alkohol trinkt und mehr Kalorien aufnimmt als verbraucht, baut Fettdepots auf – egal, ob die Kalorien aus Bier, Wein oder Cocktails stammen. Der Begriff „Bierbauch“ ist also eher ein kultureller Ausdruck als eine medizinisch genaue Beschreibung.
Mythos 4: „Bier ist ein gutes Durstlöschmittel“
Bier wirkt im ersten Moment erfrischend, vor allem gut gekühlt. Durch den Alkoholgehalt wird der Körper jedoch eher entwässert. Alkohol hemmt ein Hormon, das normalerweise dafür sorgt, dass die Nieren Wasser zurückhalten. Die Folge: Man muss häufiger zur Toilette, verliert Flüssigkeit und Mineralstoffe.
Gerade bei warmen Temperaturen ist das riskant, weil der Körper ohnehin mehr Flüssigkeit über das Schwitzen abgibt. Auch das Empfinden für Durst kann durch Alkohol beeinträchtigt werden, sodass Dehydrierung erst spät bemerkt wird.
Wann Bier den Durst besonders schlecht löscht
- Nach Sport oder körperlicher Anstrengung, wenn viel geschwitzt wurde.
- In sehr warmen Umgebungen, etwa im Biergarten an heißen Tagen.
- Wenn über längere Zeit kein Wasser oder andere alkoholfreie Getränke getrunken werden.
Wer Alkohol trinkt, sollte daher immer auch zu Wasser oder anderen alkoholfreien Getränken greifen, um den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten. Alkoholfreies Bier kann hier eine Alternative sein, insbesondere nach dem Sport, solange auf Menge und individuellen Magen-Darm-Empfindlichkeiten geachtet wird.
Mythos 5: „Bier ist harmloser als Wein oder Schnaps“
Bier wirkt wegen seines meist niedrigeren Alkoholgehalts pro Volumenanteil weniger bedrohlich. In der Realität wird Bier jedoch häufig in deutlich größeren Mengen konsumiert, wodurch der aufsummierte Alkoholgehalt leicht unterschätzt wird.
Ein Liter starkes Bier kann im Endeffekt ähnlich viel oder sogar mehr Alkohol enthalten als einige Gläser Wein. Wer regelmäßig mehrere große Gläser Bier trinkt, erreicht schnell Alkoholmengen, die für Leber, Herz und Kreislauf problematisch sind. Das Bild vom „harmlosen Feierabendbier“ relativiert sich, wenn es zur täglichen Gewohnheit wird.
Wenn-dann-Logik zur Einschätzung
- Wenn Bier regelmäßig und in größeren Mengen getrunken wird, dann steigt das Risiko für Leberschäden, Bluthochdruck und Gewichtszunahme deutlich.
- Wenn Bier nur gelegentlich und in moderaten Mengen konsumiert wird, dann ist das gesundheitliche Risiko im Rahmen anderer lebensstilabhängiger Faktoren einzuordnen.
- Wenn zusätzlich Wein, Cocktails oder Spirituosen dazukommen, dann summieren sich die Risiken, auch wenn jedes Getränk für sich „nach wenig“ klingt.
Mythos 6: „Helles macht weniger Kater als dunkle Biere“
Oft heißt es, helle Biere seien verträglicher als dunkle. Unterschiede in der Katerstärke hängen jedoch nicht nur an der Farbe, sondern vor allem an Gehalt und Art der Nebenstoffe, der individuellen Empfindlichkeit und an der Trinkmenge.
Dunkle Biere enthalten tendenziell mehr Röst- und Aromakomponenten sowie bestimmte Kongener, die für manche Menschen Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen verstärken können. Gleichzeitig gibt es sehr starke helle Biere, etwa kräftige Lager oder Bockbiere, die deutlich mehr Alkohol und somit Katerpotenzial mitbringen als ein mildes Dunkles.
Wie sich Sortenwahl auswirken kann
- Sehr hopfenbetonte Biere können bei empfindlichen Personen den Magen reizen.
- Malzbetonte Starkbiere liefern gleichzeitig viel Alkohol und Kalorien, was den Körper stärker beansprucht.
- Leichte Biere mit moderatem Alkoholgehalt sind im Hinblick auf den Kater in der Regel schonender, unabhängig von der Farbe.
Wer immer wieder nach bestimmten Bieren starke Beschwerden bemerkt, kann versuchen, auf andere Stile auszuweichen und bewusst auf Alkoholgehalt und Trinkmenge zu achten.
Mythos 7: „Vom Bier wird man nicht so schnell betrunken“
Das Gefühl, nach Bier noch „klar im Kopf“ zu sein, täuscht häufig. Der langsamere Konsum im Vergleich zu Schnaps-Shots erzeugt die Illusion, die Kontrolle besser im Griff zu haben. Tatsächlich kann sich der Blutalkoholspiegel über den Abend hinweg kontinuierlich erhöhen, ohne dass der Übergang bewusst wahrgenommen wird.
Gerade bei geselligen Runden ist es üblich, über längere Zeit Bier zu trinken. Die Summe aus vielen scheinbar harmlosen Gläsern führt dann doch zu deutlicher Beeinträchtigung von Reaktionsvermögen, Koordination und Urteilsfähigkeit.
Typische Fehleinschätzungen
- „Nur vier, fünf Bier“ werden unterschätzt, weil sie sich über Stunden verteilen.
- Mix aus alkoholhaltigen und alkoholfreien Bieren wird nicht mehr genau im Kopf behalten.
- Zusätzliche Shots oder ein Glas Wein „zwischendurch“ werden vergessen, wenn Bier im Vordergrund steht.
Wer nach Bierkonsum noch fahren oder Maschinen bedienen möchte, unterschätzt leicht den tatsächlichen Blutalkoholwert. Selbst bei subjektiv klarem Empfinden können Reaktionszeiten und Urteilsvermögen deutlich eingeschränkt sein.
Wie der Körper Alkohol verarbeitet
Um Entscheidungen beim Trinken besser einordnen zu können, hilft ein Blick auf die Prozesse im Körper. Nach dem Konsum gelangt Alkohol über Magen und Dünndarm ins Blut. Die Leber baut ihn mit begrenzter Geschwindigkeit ab – grob im Bereich von 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde, je nach Person.
Wird mehr Alkohol aufgenommen, als die Leber verarbeiten kann, steigt der Pegel. Gleichzeitig wirken Alkohol und Abbauprodukte auf verschiedene Organsysteme. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Übelkeit und Kopfschmerzen sind direkte Folgen dieser Belastung und der begleitenden Wasser- und Elektrolytverschiebungen.
Einflussfaktoren auf die Verträglichkeit
- Genetik: Unterschiede in Enzymen bestimmen, wie schnell Alkohol abgebaut wird.
- Geschlecht: Frauen haben im Schnitt weniger Körperwasser und bauen Alkohol oft langsamer ab.
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Abbauleistung häufig ab, Kater werden intensiver.
- Gesundheitszustand: Vorbelastete Leber oder Stoffwechselerkrankungen erhöhen das Risiko.
Wer seine persönliche Grenze kennt und respektiert, reduziert sowohl kurz- als auch langfristige Risiken – deutlich wirkungsvoller, als sich auf Sprüche über die Reihenfolge von Bier und Wein zu verlassen.
Praktische Strategien für verträglicheren Genuss
Entscheidend ist weniger, ob zuerst Bier oder Wein im Glas ist, sondern wie bewusst der gesamte Abend gestaltet wird. Mit einigen einfachen Schritten lässt sich das Risiko für einen schweren Kater deutlich senken.
Schrittweise Vorgehensweise für den nächsten Abend
- Vor dem Treffen essen: Eine ausgewogene Mahlzeit mit etwas Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten verlangsamt die Aufnahme von Alkohol.
- Trinkplan im Kopf haben: Vorab grob festlegen, wie viele Getränke maximal infrage kommen und dabei auch mögliche Sortenwechsel einrechnen.
- Langsam trinken: Zwischen zwei Gläsern eine Pause lassen und nachspüren, wie sich der Körper anfühlt.
- Wasser zwischendurch: Nach jedem alkoholischen Getränk ein Glas Wasser oder ein anderes alkoholfreies Getränk einbauen.
- Mischungen bewusst wählen: Stark alkoholhaltige Getränke und sehr süße Mischungen begrenzen, da sie zu schnellem Trinken verleiten.
- Rechtzeitig stoppen: Spätestens wenn erste klare Warnsignale wie Schwindel, Unsicherheit beim Stehen oder undeutliche Aussprache auftreten, keine weiteren alkoholischen Getränke mehr nehmen.
Praxisbeispiele aus dem Alltag
Praxisbeispiel 1: Der „harmlos“ beginnende Abend
Eine Person verabredet sich nach der Arbeit im Biergarten. Zunächst sind zwei Gläser Bier geplant. Später stoßen Bekannte hinzu, es folgt eine Weinrunde. Weil der Abend gesellig ist, kommen weitere Biere dazu. Am Ende wurden mehrere verschiedene Getränke konsumiert, die Gesamtmenge ist deutlich höher als gedacht. Der heftige Kater am nächsten Tag wird dann fälschlich dem Wechsel von Bier und Wein zugeschrieben, statt der schleichend überschrittenen Trinkmenge.
Praxisbeispiel 2: Gleiche Menge, andere Reihenfolge
Zwei Personen trinken an unterschiedlichen Abenden jeweils die gleiche Reihe an Getränken: erst zwei Biere, dann zwei Gläser Wein. Am ersten Abend wird langsam getrunken, zwischendurch Wasser, dazu eine Mahlzeit. Am zweiten Abend geht alles deutlich schneller, ohne Essen und ohne Wasser. Die Beschwerden am nächsten Tag fallen vollkommen unterschiedlich aus, obwohl die Reihenfolge identisch war. Der Unterschied liegt im Tempo, im Flüssigkeitshaushalt und im Essverhalten.
Praxisbeispiel 3: Bewusster Umgang mit Sortenwechsel
Eine Person weiß, dass schwere Rotweine und sehr hopfenbetonte Biere schnell Kopfschmerzen auslösen. Bei einem Essen wird daher ein leichteres Bier oder ein alkoholfreies Getränk zu Beginn gewählt und später höchstens ein Glas Wein. Durch diese Selbstbeobachtung und klare Begrenzung bleibt der Abend angenehmer, und der Kater fällt deutlich geringer aus, obwohl es durchaus einen Sortenwechsel gab.
Weitere verbreitete Irrtümer rund ums Trinken
Neben bekannten Sprüchen kursieren zahlreiche Annahmen, die selten hinterfragt werden. Viele davon führen zu riskantem Verhalten oder unnötiger Angst vor bestimmten Getränken, während das eigentliche Problem – zu viel Alkohol – aus dem Blick gerät.
„Mit Essen im Magen kann nichts passieren“
Eine Mahlzeit verlangsamt zwar die Aufnahme von Alkohol, verhindert aber weder einen hohen Blutalkoholspiegel noch Folgeschäden. Wer auf diese Annahme vertraut, überschätzt die Schutzwirkung von Essen und trinkt mehr, als gut tut. Der Alkohol landet dennoch im Blut und muss von der Leber verarbeitet werden – nur zeitlich etwas verzögert.
„Kaffee macht sofort wieder nüchtern“
Koffein kann kurzfristig wacher wirken lassen, baut aber keinen Alkohol ab. Wer nach mehreren Bieren und Gläsern Wein einen starken Kaffee trinkt, fühlt sich womöglich konzentrierter, ist objektiv jedoch weiterhin deutlich beeinträchtigt. Das Risiko entsteht, wenn aus diesem Wachheitsgefühl heraus Entscheidungen getroffen werden, die nüchterne Aufmerksamkeit erfordern würden, zum Beispiel Autofahren.
„Wer viel trinkt, baut sich Toleranz auf“
Ein gewisser Gewöhnungseffekt kann dazu führen, dass die subjektive Betrunkenheit schwächer wahrgenommen wird. Die körperlichen Schäden nehmen dadurch jedoch eher zu. Die Leber wird stärker belastet, und das Risiko für Bluthochdruck, Fettleber oder andere Erkrankungen steigt. Eine vermeintlich „höhere Verträglichkeit“ ist damit häufig ein Warnsignal, kein Vorteil.
FAQ zu Bier, Wein und typischen Mythen
Verursacht die Reihenfolge von Bier und Wein wirklich stärkeren Kater?
Die Reihenfolge allein ist nach aktuellem Wissensstand nicht ausschlaggebend. Entscheidend sind Gesamtmenge, Trinktempo, Flüssigkeitszufuhr und Schlaf. Wer bei wechselnden Getränken leicht die Kontrolle verliert, erlebt jedoch häufiger stärkere Beschwerden.
Ist es besser, nur bei Bier zu bleiben, statt verschiedene Getränke zu mischen?
Eine Sorte zu wählen kann helfen, die Übersicht über die getrunkene Menge zu behalten. Wenn die Gesamtmenge niedrig bleibt, ist Mischen an sich nicht automatisch schädlicher. In der Praxis führt Durcheinandertrinken aber oft zu höheren Mengen, was den Kater verstärkt.
Kommt Bauchfett vor allem vom Bier?
Bauchfett entsteht durch Kalorienüberschuss, unabhängig davon, ob er aus Bier, Wein, Spirituosen oder Essen stammt. Bier trägt durch Alkohol und Kohlenhydrate zu den Kalorien bei und wird häufig mit fettigen Snacks kombiniert. Die Kombination aus Alkoholkalorien, zusätzlichem Essen und wenig Bewegung ist zentral.
Hilft es gegen Kater, vor dem Schlafengehen nur Bier statt Wein zu trinken?
Ein Wechsel kurz vor dem Schlafen ändert an der bereits aufgenommenen Alkoholmenge kaum etwas. Sinnvoller sind Wasser, leichte Kost und ausreichend Schlaf. Wird zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch Alkohol getrunken, steigt der Pegel weiter und belastet die nächtliche Erholung.
Warum vertrage ich manche Biere schlechter als andere?
Unterschiede können am Alkoholgehalt, an Hopfen- oder Malzintensität und an individuellen Empfindlichkeiten gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen liegen. Auch Zusatzaromen oder Röststoffe spielen eine Rolle. Ein Protokoll über Sorten und Beschwerden kann helfen, persönliche Auslöser zu erkennen.
Macht alkoholfreies Bier auch Kater?
Alkoholfreies Bier enthält nur sehr geringe Mengen Alkohol, oft weniger als 0,5 Volumenprozent. Ein klassischer Kater ist dadurch bei üblichen Mengen sehr unwahrscheinlich. Dennoch können individuelle Unverträglichkeiten gegenüber Inhaltsstoffen wie Gluten, Kohlensäure oder bestimmten Aromen leichte Beschwerden verursachen.
Ist dunkles Bier automatisch schwerer verträglich als helles?
Dunkle Biere enthalten andere Malz- und Aromakomponenten, was manche Menschen empfindlicher reagieren lässt. Der entscheidende Faktor bleibt jedoch der Alkoholgehalt und die getrunkene Menge. Ein starkes helles Bier kann anstrengender für den Körper sein als ein moderates Dunkles.
Warum wache ich nach gemischten Getränken oft mitten in der Nacht auf?
Alkohol stört den Schlafrhythmus, insbesondere den Tiefschlaf und die Traumphasen. Bei höheren Mengen steigt der Blutalkoholspiegel zunächst, fällt dann nachts wieder ab, was zu Unruhe und frühem Erwachen führen kann. Wer verschiedene Getränke mischt, trinkt häufig mehr, was diese Effekte verstärkt.
Kann man mit genügend Wasser jeden Kater verhindern?
Ausreichend Wasser reduziert das Risiko für Kopfschmerzen und Dehydrierung deutlich. Trotzdem bleibt Alkohol ein Nervengift, das Stoffwechsel und Leber belastet. Sehr hohe Mengen führen auch mit viel Wasser zu Beschwerden, wenn Abbauprodukte und Schlafstörungen hinzu kommen.
Spielt es für die Gesundheit eine Rolle, ob ich lieber Bier oder lieber Wein trinke?
Für das Risiko von Leberschäden, Bluthochdruck oder manchen Krebserkrankungen zählt vor allem die regelmäßig konsumierte Alkoholmenge. Ob diese überwiegend aus Bier oder Wein stammt, ist zweitrangig. Wer generell wenig und nicht täglich trinkt, senkt das Risiko am zuverlässigsten.
Warum haben einige Menschen schon nach wenig Bier starke Kopfschmerzen?
Ursachen können eine niedrige individuelle Toleranz, Migräne-Neigung, Histaminempfindlichkeit oder andere Unverträglichkeiten sein. Auch Flüssigkeitsmangel und Verspannungen tragen dazu bei. In solchen Fällen lohnt sich eine ehrliche Begrenzung des Konsums und gegebenenfalls ärztliche Abklärung.
Hilft es, verschiedene Alkoholarten nach Prozenten zu sortieren, um weniger Probleme zu bekommen?
Die Orientierung am Alkoholgehalt pro Getränk kann helfen, bewusster zu trinken. Entscheidend ist aber die Summe der aufgenommenen Gramm Alkohol und die Dauer des Trinkens. Wer sich an einer persönlichen Obergrenze orientiert und ausreichend Pausen sowie Wasser einplant, schützt sich deutlich besser als durch starre Reihenfolge-Regeln.
Fazit
Einprägsame Sprüche über Bier und Wein vermitteln einfache Regeln, lenken aber oft vom Wesentlichen ab: Menge, Tempo, Essen, Schlaf und persönliches Limit bestimmen, wie gut ein Abend vertragen wird. Wer seine eigenen Grenzen ernst nimmt, auf den Flüssigkeitshaushalt achtet und nicht jede Runde mitmacht, braucht sich vor der Kombination aus Bier, Wein und anderen Getränken deutlich weniger zu fürchten.