Venloosch Alt
Altbier
Mirco 8,50/10
Venloosch Alt auf einen Blick
Altbier · Lindeboom Bierbrouwerij B.V.
So schmeckt uns das Venloosch Alt
Bewertung von Christian
Seit längerer Zeit mal wieder ein Altbier in der Probe, diesmal ein eher untypisches, nämlich aus dem Nachbarland Niederlande. Ist jetzt nicht gerade die Region, wo ich an Altbier denke. Aber probieren wir das Ding doch mal.
Zunächst fällt bereits beim ersten Schluck auf, dass es deutlich weniger malzlastig ist, als ich das von anderen Altbieren kenne. Dieser oft erdige Nachgeschmack ist hier echt nicht vorhanden. Das finde ich schonmal gut. Es ist im Antrunk sogar leicht fruchtig, erst so nach und nach kommen die Malzaromen hervor, die aber Hand in Hand mit dem Hopfen gehen, die dem Bier auch eine feine Herbe geben. Im Abgang kommt noch eine leichte Schärfe hervor, als wäre hier irgendwie ein Schluck Kräuterschnaps reingefallen. Die Kohlensäure ist reichlich, fast schon etwas viel, so dass man hier echt aufstoßen muss. Aber das lässt das Venloosch Alt dafür auch gut erfrischend wirken.
Zusammenfassend bleibt mir hier nur zu sagen, dass wir es wirklich mit einem außerordentlich guten Altbier zu tun haben. Meiner Meinung nach sogar das Beste, welches ich bisher getrunken habe. Aber ich bin nun alles andere als ein wirklicher Altbierfan. Belehrt mich gern in den Kommentaren eines Besseren, aber da es hier ja um meine persönliche Meinung geht, landet dieses Altbier tatsächlich – für mich völlig überraschend – im oberen Bewertungsbereich.
Bewertung von Mirco
Das ist wirklich eine Überraschung! Altbiere fallen bei mir leider häufig schon im Vorfeld durch… aber nur dann, wenn sie besonders malzig sind. Und die süß-malzige Geruchsnote hat nun nicht dazu beigetragen, dass meine Vorfreude auf dieses Bier gestiegen ist. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich hier extrem positiv überrascht wurde. Für ein Altbier ist das echt mal eine Hausnummer! Ein tolles Bierchen, sehr süffig, sehr lecker und (natürlich) auch ein bisschen malzig. Das Gute daran: Der malzige Geschmack überwiegt hier nicht. Eher im Gegenteil – eher tritt in den Hintergrund. Leicht herbe und (minimal) röstige Aromen gesellen sich dazu. In Kombination gibt das aber einen echt tollen Geschmack. Für ein Altbier wirklich erstaunlich frisch und angenehm!
Die leichte Würze, die man „hinten raus“ im Abgang wahrnimmt, ist für mich persönlich hier auch keineswegs störend. Normalerweise kann ich mit sehr würzigen und malzhaltigen Bieren wenig anfangen. Hier sind die beiden Noten natürlich auch vertreten, bleiben aber sowohl im Antrunk als auch im Abgang so deutlich im Hintergrund, dass mir das Gesamtergebnis ganz gut schmeckt.
Ich kann mir deshalb sehr gut vorstellen, in einer gemütlichen Kneipe den einen oder anderen frisch gezapften Liter dieses „Venloosch“ zu vernichten. Altbier soll ja bekanntlich am nächsten Tag die typische „Bierfahne“ verursachen. Falls es sich so lange hält, so würde ich meine Kollegen dann am morgigen Tag fragen, ob sie das bestätigen können und Euch dann entsprechend informieren 😉 Ich bin auf jeden Fall alles in allem echt begeistert von diesem Bier. Endlich mal ein Altbier, das bei mir nicht durchfällt, sondern ganz im Gegenteil: mit wohlverdienten 8,5 Punkten bekommt es von mir definitiv eine Platzierung im obersten Bereich.


Venloosch Alt im Geschmacksprofil
Farbe: Kupfer-Braun
Trübung: blank
Schaum: mittel · langanhaltend
Intensität: schwach
Balance: süß, malzig
Kohlensäure: mittel bis viel
ein besonders süffiges Bier mit einem vollen, dezent würzigen Abgang

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Das Bier kommt aus Neer in den Niederlanden, wo meine Frau und ich schon mehrmals Urlaub gemacht haben. Leudal heißt der Bezirk und mittendrin liegt die schöne Maas! Und an der kann man sich ein leckeres Venloosch Altbier gönnen. Wir fahren extra immer aus Wassenberg rüber, meist sogar mehr als drei mal im Jahr! Jakob u. Siegrid Warnemut