Vagabund Pils auf einen Blick
Pils · Vagabund Brauerei FB GmbH
So schmeckt uns das Vagabund Pils
Das Vagabund Pils ist eines dieser Biere, bei denen schon vor dem ersten Schluck klar wird, dass hier kein klassischer Pils-Ansatz verfolgt wird. Beim Einschenken zeigt sich das Bier gelb und deutlich trüb, was für ein Pils eher ungewöhnlich ist, aber gut zur Berliner Craft-Ausrichtung passt. Die weiße, feinporige Schaumkrone baut sich mittelstark auf und hält sich ebenfalls mittel, ohne sofort zusammenzufallen. Optisch wirkt das Bier bewusst unfiltriert und handwerklich, nicht geschniegelt, aber stimmig.
In der Nase geht es direkt fruchtig zu. Wir nehmen hopfige und fruchtige Aromen wahr, die klar über dem liegen, was man von einem klassischen Pils erwarten würde. Die Geruchsintensität ist mittel, aber sehr präsent und eindeutig hopfengetrieben. Es riecht frisch, modern und deutlich aromatischer als ein Standardpils. Schon hier wird klar, dass die 42 IBU nicht nur auf dem Papier stehen.
Im Antrunk zeigt sich das Vagabund Pils ausgesprochen lebendig. Die feinperlige Kohlensäure sorgt für ein sehr frisches Mundgefühl, gleichzeitig wirkt das Bier eher vollmundig und nicht so schlank wie viele andere Vertreter des Stils. Geschmacklich wird es dann richtig spannend. Wir schmecken fruchtige Noten, die an Litschi, Pfirsich und Ananas erinnern. Diese Kombination ist eher ungewöhnlich für ein Pils, funktioniert hier aber überraschend gut. Die Bittere ist dabei klar präsent und deutlich ausgeprägt, ohne sofort alles zu überdecken.
Im Abgang zieht die Bittere weiter an. Die Frucht bleibt noch kurz erhalten, tritt dann aber in den Hintergrund, während das Bier deutlich herb ausklingt und einen spürbaren Nachhall hinterlässt. Genau hier zeigt das Vagabund Pils seine Kante. Es bleibt präsent, fordert Aufmerksamkeit und ist alles andere als belanglos. Christian beschreibt es treffend als offensiv, mit einer ungewöhnlichen Fruchtkombination, die nicht jedem gefallen muss, aber keineswegs unsympathisch wirkt.
Unsere Bewertungen spiegeln diese Eindrücke gut wider. Christian vergibt 7,0 Punkte, da ihm das Bier zwar spannend, aber etwas zu offensiv geraten ist. Mirco war deutlich begeisterter und landet bei 8,5 Punkten. Zusammen ergibt sich eine Gesamtnote von 7,75. Ein Pils, das bewusst aus dem Rahmen fällt und sich klar an Trinker richtet, die mehr Hopfen, mehr Frucht und mehr Bittere wollen.
Vagabund Pils im Geschmacksprofil
Farbe: gelb
Trübung: trüb
Schaum: mittel
Intensität: mittel
Balance: fruchtig, hopfig
Kohlensäure: viel
fruchtig (Litchi, Pfirsich, Ananas), durchaus deutliche Bittere
Wie schmeckt euch das Vagabund Pils?
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FAQ
Ist das Vagabund Pils noch ein klassisches Pils?
Nein, stilistisch bewegt es sich deutlich abseits des klassischen Pilsprofils. Die hohe Bittere und die fruchtigen Hopfenaromen erinnern eher an moderne Craft-Interpretationen.
Welche Rolle spielen die 42 IBU im Geschmack?
Sie machen sich klar bemerkbar. Die Bittere ist präsent, trocken und bleibt lange am Gaumen, ohne jedoch unangenehm scharf zu wirken.
Warum ist das Bier trüb?
Die Trübung deutet auf eine weniger stark filtrierte Brauweise hin, bei der bewusst Aromaträger im Bier belassen werden. Das passt gut zum fruchtig-hopfigen Charakter.
Für wen ist das Vagabund Pils geeignet?
Für alle, die ein hopfenbetontes, modernes Pils suchen und kein Problem mit deutlicher Bittere und ungewöhnlichen Fruchtnoten haben. Klassische Pils-Puristen könnten sich daran stoßen.



